Warum der Fußpunkt genauer untersucht werden muss
Ein Fäulnisschaden an einer Holzschaukel ist nicht immer von außen sichtbar. Besonders kritisch sind Stützen, die im Erdreich stehen, einbetoniert wurden oder deren Fußpunkte dauerhaft von Sand und feuchtem Bodenmaterial bedeckt sind.
Bei dem hier beschriebenen Praxisfall wurde ich von einem Bauamt mit der Untersuchung hölzerner Spielplatzeinrichtungen beauftragt. An einer Schaukel bestand bereits ein Verdacht auf Pilz- beziehungsweise Fäulnisschäden.
Oberhalb des Geländes wirkte die Konstruktion auf den ersten Blick noch weitgehend unauffällig. Erst nach dem Freischachten der Stützen zeigte sich, dass der entscheidende Schadensbereich unter der Sandoberfläche lag.
Die tragenden Rundholzstützen bestanden aus Robinie. Sie waren in den Boden eingebunden und einbetoniert. Im Übergangsbereich zwischen Luft, Sand, Boden und Beton war das Holz mit einem schwarzen, bitumenartigen Anstrich versehen.
Die weitere Untersuchung ergab:
- deutlich verminderte Festigkeiten in den oberflächennahen Holzbereichen,
- Holzfeuchten von bis zu etwa 70 Prozent im verdeckten Fußpunkt,
- nur etwa 12 bis 15 Prozent Holzfeuchte im oberirdischen Bereich,
- auffällig niedrige Bohrwiderstände im belasteten Stützenabschnitt,
- wesentlich bessere Vergleichswerte oberhalb des Schadensbereichs,
- weißliche, watteartige Myzelstrukturen im Sand unmittelbar um die Holzstützen.
Der Fall zeigt eindrücklich: Eine Holzstütze kann oberhalb des Bodens trocken und scheinbar fest sein, während ihr sicherheitsrelevanter Fußpunkt bereits erhebliche Substanz- und Festigkeitsverluste aufweist.
Warum der Fußpunkt einer Holzschaukel besonders kritisch ist
Der Fußpunkt ist bei erdberührten Holzspielgeräten häufig die am stärksten belastete Zone.
Hier treffen mehrere unterschiedliche Umgebungsbereiche unmittelbar aufeinander:
- trocknende Außenluft,
- Niederschlagswasser,
- feuchter Fallschutzsand,
- Bodenfeuchtigkeit,
- Beton,
- Spritzwasser,
- organische Ablagerungen,
- wechselnde Temperaturen.
Dadurch entstehen sehr unterschiedliche Feuchteverhältnisse innerhalb eines einzigen Holzbauteils.
Der oberirdische Abschnitt kann nach Regen wieder abtrocknen. Der unmittelbar unter der Geländeoberkante liegende Bereich bleibt dagegen oft über längere Zeit feucht. Dort ist die Luftbewegung gering, während Sand und Boden immer wieder Wasser an das Holz abgeben können.
Besonders gefährdet ist die sogenannte Wechselzone um die Geländeoberkante. In diesem Bereich wechseln Durchfeuchtung und oberflächliche Abtrocknung. Gleichzeitig können Wasser, Sauerstoff und geeignete Temperaturen zusammenwirken.
Genau dort beginnen viele Schäden, obwohl die tiefer im Beton liegenden oder deutlich höher gelegenen Holzbereiche zunächst weniger auffällig erscheinen.
Die Konstruktion: Robinienstämme direkt im Boden und Beton
Bei der untersuchten Schaukel bestanden die tragenden Stützen aus runder Robinienstammware.
Robinie wird aufgrund der hohen natürlichen Dauerhaftigkeit ihres Kernholzes häufig im Außenbereich und auch für Spielplatzkonstruktionen verwendet. Das Thünen-Institut nennt den Garten- und Landschaftsbau sowie Kinderspielplätze ausdrücklich als typische Einsatzgebiete. Entscheidend ist jedoch, dass sich Kern- und Splintholz hinsichtlich ihrer Eigenschaften deutlich unterscheiden.
Das dauerhafte Kernholz darf nicht mit dem deutlich weniger widerstandsfähigen Splintholz gleichgesetzt werden. Unabhängig von der Holzart gilt Splintholz im Hinblick auf holzzerstörende Pilze grundsätzlich als nicht dauerhaft. Auch beim Robinienkernholz bestehen je nach Alter, Herkunft und Holzzone Unterschiede in der natürlichen Dauerhaftigkeit.
Bei runder Stammware verbleibt häufig ein äußerer Splintholzanteil. Ist dieser im Fußpunkt vorhanden, kann er unter dauerhafter Feuchtebelastung zuerst abgebaut werden.
Die Bezeichnung „Robinienholz“ allein garantiert daher noch keine dauerhaft sichere Konstruktion.
Zu prüfen sind zusätzlich:
- Anteil und Verteilung des Kernholzes,
- vorhandenes Splintholz,
- Stammdurchmesser,
- Risse und Trocknungsspalten,
- Einbauart,
- Wasserableitung,
- Kontakt mit Beton und Boden,
- Beschichtungen,
- Wartungs- und Kontrollmöglichkeiten.
Warum eine schwarze Bitumenbeschichtung keinen dauerhaften Holzschutz garantiert
Im Übergangsbereich zum Boden war das Holz mit einer schwarzen bitumenartigen Schicht versehen.
Ein solcher Anstrich kann die unmittelbare Wasseraufnahme zeitweise reduzieren. Er stellt aber nicht automatisch einen dauerhaft funktionierenden konstruktiven Feuchteschutz dar.
Problematisch wird eine Beschichtung insbesondere, wenn:
- sie mechanisch beschädigt ist,
- sie nur Teilbereiche des Holzes bedeckt,
- Wasser hinter die Schicht gelangen kann,
- die obere Kante keinen sicheren Anschluss besitzt,
- Risse im Holz die Beschichtung durchbrechen,
- Feuchtigkeit von unten oder über die Stirnfläche eindringt,
- bereits feuchtes Holz beschichtet wurde,
- die Austrocknung durch die Schicht behindert wird.
Wasser kann über kleinste Fehlstellen zwischen Beschichtung und Holz gelangen. Dort wird es möglicherweise länger gehalten, als dies bei einer vollständig offenen Holzoberfläche der Fall wäre.
Die Beschichtung erschwert außerdem die Sichtprüfung. Oberflächlich kann die schwarze Schicht noch geschlossen erscheinen, während das darunterliegende Holz bereits weich oder strukturell abgebaut ist.
Ein Anstrich darf daher nicht mit einer konstruktiven Trennung des Holzes vom feuchten Untergrund verwechselt werden.
Die erste Untersuchung mit dem Zimmermannshammer
Nach dem Freischachten wurden die zugänglichen Stützenbereiche zunächst haptisch und mechanisch untersucht.
Mit einem Zimmermannshammer beziehungsweise einem geeigneten Prüfwerkzeug lassen sich Veränderungen der Holzoberfläche orientierend feststellen. Dabei können auffallen:
- weiche Randzonen,
- dumpfer Klang,
- leicht eindringende Werkzeugspitzen,
- ablösende Holzfasern,
- Hohlstellen,
- brüchige Oberflächen,
- ungewöhnlich geringe Widerstände.
Im vorliegenden Fall zeigten sich bereits bei dieser Prüfung verminderte Festigkeiten an der Oberfläche der Rundhölzer.
Eine solche Prüfung ist wertvoll, reicht aber für eine abschließende Beurteilung nicht aus. Sie erfasst vor allem zugängliche Randbereiche. Über den Zustand im Inneren des Stammes oder auf der betonzugewandten Seite liefert sie nur begrenzte Informationen.
Deshalb folgten Feuchtemessungen und Bohrwiderstandsprüfungen.
Bis zu 70 Prozent Holzfeuchte im verdeckten Fußpunkt
Im freigelegten Bereich unterhalb der Geländeoberkante wurden Holzfeuchten von bis zu ungefähr 70 Prozent angezeigt.
Solche sehr hohen Messwerte müssen stets in Verbindung mit dem verwendeten Messverfahren beurteilt werden. Elektrische Holzfeuchtemessgeräte können bei sehr nassem Holz, Salzbelastungen oder bestimmten Materialeinflüssen nur noch orientierende Werte liefern.
Unabhängig von der exakten absoluten Zahl war der Befund eindeutig: Der verdeckte Fußpunkt war massiv durchfeuchtet.
Im oberirdischen Bereich lagen die Messwerte dagegen ungefähr zwischen 12 und 15 Prozent. Diese Werte passten wesentlich besser zu einem frei bewitterten Holz, das zum Untersuchungszeitpunkt oberflächlich abtrocknen konnte.
Damit zeigte sich innerhalb derselben Stütze ein ausgeprägtes Feuchtegefälle:
- oben vergleichsweise trocken,
- im Übergangsbereich deutlich feuchter,
- unter Gelände stark durchfeuchtet.
Dieses Ergebnis erklärt, weshalb eine Prüfung nur oberhalb der Sandfläche zu einer unvollständigen Bewertung geführt hätte.
Hohe Holzfeuchte schafft günstige Bedingungen für Fäulnis
Holzzerstörende Pilze benötigen ausreichend Feuchtigkeit. Bleibt Holz über längere Zeit stark durchfeuchtet, können seine natürlichen Widerstandseigenschaften nicht mehr uneingeschränkt vorausgesetzt werden.
Im erdnahen Bereich kommen neben verschiedenen Basidiomyceten insbesondere Moderfäuleerreger als mögliche Holzzerstörer infrage.
Moderfäule tritt bevorzugt bei sehr hoher und lang anhaltender Feuchtigkeit auf. Sie kann oberflächennahe Holzzonen abbauen und deren Festigkeit deutlich reduzieren.
Im untersuchten Fall wurde die konkrete Pilzart nicht abschließend bestimmt. Aus den sichtbaren Myzelstrukturen allein lässt sich keine gesicherte Artzuordnung vornehmen.
Fachlich festgestellt wurden:
- hohe Feuchte,
- verminderte Holzfestigkeit,
- auffällige Bohrwiderstandsergebnisse,
- sichtbares Pilzmyzel im angrenzenden Sand,
- ein konstruktiv besonders gefährdeter Fußpunkt.
Diese Befundkombination begründete einen erheblichen Verdacht auf einen feuchte- und pilzbedingten Holzabbau.
Weißliches Myzel umschloss den Sand
Aus dem Bereich unmittelbar um die Stützen wurden Proben des angrenzenden Sandes entnommen.
Unter dem Stereomikroskop zeigten sich weißliche, watteartige Myzelstrukturen. Besonders auffällig war, dass der Sand im Abstand von ungefähr ein bis zwei Zentimetern um die Holzstützen stellenweise fest miteinander verbunden war.
Die Pilzfäden hatten die einzelnen Sandkörner umwachsen und zu einer zusammenhängenden Struktur verbunden.
Dieser Befund zeigt, dass sich das Pilzmyzel nicht nur unmittelbar auf der Holzoberfläche befand. Es breitete sich auch in den angrenzenden Porenräumen des feuchten Sandes aus.
Der Sand selbst ist keine geeignete Nahrungsquelle für einen holzzerstörenden Pilz. Er kann aber als feuchter Ausbreitungsraum dienen. Organische Bestandteile, Holzfasern und die befallene Stütze liefern das verwertbare Substrat.
Eine abschließende Bestimmung des Pilzes wäre nur durch eine weiterführende mykologische beziehungsweise labortechnische Untersuchung möglich gewesen.
Was die Bohrwiderstandsmessung zeigte
Für die Untersuchung des inneren Holzzustandes wurde ein digitales Bohrwiderstandsmessgerät von IML eingesetzt.
Bei diesem Verfahren wird eine dünne Bohrnadel mit gleichmäßigem Vorschub in das Holz geführt. Das Gerät erfasst die Energie beziehungsweise den Widerstand, der während des Bohrvorgangs in Abhängigkeit von der Eindringtiefe erforderlich ist. Bereiche mit intaktem, dichtem Holz erzeugen grundsätzlich höhere Widerstände als geschädigte oder stark abgebaute Zonen.
IML nennt die Kontrolle von Holzspielgeräten ausdrücklich als Anwendungsgebiet der Bohrwiderstandsmesstechnik. Das Verfahren kann dazu dienen, innere Strukturen, Hohlstellen und Bereiche mit reduzierter Festigkeit zerstörungsarm zu untersuchen.
Bei der untersuchten Stütze wurde für das Hartholz eine niedrige Vorschubgeschwindigkeit gewählt. Die Drehzahl der Bohrnadel betrug 5.000 Umdrehungen pro Minute.
Die Messkurve im Fußpunkt verlief nahezu durchgehend auf einem sehr niedrigen Niveau. Der geringe Widerstand deutete darauf hin, dass wesentliche Holzzonen ihre ursprüngliche Dichte und Festigkeit verloren hatten.
Dieses Ergebnis passte zu:
- den hohen Feuchtewerten,
- der weichen Oberfläche,
- den Myzelstrukturen,
- dem konstruktiv belasteten Einbaubereich.
Warum eine Vergleichsmessung notwendig ist
Ein einzelnes Bohrwiderstandsprofil sollte nicht isoliert bewertet werden.
Holz ist ein natürlicher Werkstoff. Messkurven werden unter anderem beeinflusst durch:
- Holzart,
- Jahrringbreite,
- Früh- und Spätholzzonen,
- Äste,
- Risse,
- Faserverlauf,
- Holzfeuchte,
- Bohrwinkel,
- Vorschubgeschwindigkeit,
- Drehzahl,
- Schaftreibung.
Gerade bei Harthölzern kann die Reibung am Bohrnadelschaft die Kurve beeinflussen. Moderne Geräte können zusätzlich zur Torsionskraft auch die Vorschubkraft aufzeichnen, wodurch Bereiche mit reduzierter Festigkeit besser eingeordnet werden können.
Deshalb wurde an derselben Stütze oberhalb des belasteten Fußpunktes eine Vergleichsmessung vorgenommen.
Dort zeigte die Bohrwiderstandskurve deutlich höhere Werte. Damit bestätigte sich, dass der geringe Widerstand im unteren Abschnitt nicht allein auf die Geräteeinstellung oder die natürliche Holzstruktur zurückzuführen war.
Allerdings waren auch die oberen Werte für Robinienkernholz nicht in jeder Hinsicht so hoch, wie es bei einem sehr dichten und weitgehend intakten Kernholzquerschnitt zu erwarten gewesen wäre.
Daraus ergab sich der Verdacht, dass:
- ein erheblicher Splintholzanteil vorhanden war,
- die Holzqualität innerhalb des Querschnitts variierte,
- oder weitere Veränderungen der Holzsubstanz vorlagen.
Robinie ist dauerhaft – aber nicht jeder Teil des Stammes gleich dauerhaft
Robinienkernholz gilt als dauerhaft bis sehr dauerhaft. Die natürliche Widerstandsfähigkeit beruht jedoch auf den Eigenschaften des verkernten Holzes und darf nicht pauschal auf Splintholz übertragen werden.
Bei runder Stammware kann das äußere Splintholz einen erheblichen Anteil des statisch wirksamen Querschnitts einnehmen.
Wird eine solche Stütze unmittelbar in feuchten Sand und Beton eingebunden, kann zunächst der weniger dauerhafte Außenbereich geschädigt werden. Auch wenn das Kernholz länger widersteht, kann der Verlust der äußeren Querschnittszonen statisch relevant sein.
Bei einer Schaukel wirken keine rein statischen Eigenlasten. Durch das Schwingen entstehen wiederkehrende dynamische Beanspruchungen, wechselnde Biegemomente und Kräfte an den Einspann- und Anschlussbereichen.
Der Fußpunkt muss deshalb nicht nur „noch etwas fest“ sein. Er muss die auftretenden Belastungen mit ausreichender Sicherheit übertragen können.
Warum die flache Messkurve sicherheitsrelevant war
Eine sehr niedrige Bohrwiderstandskurve weist auf geringe Widerstände gegen das Eindringen der Bohrnadel hin.
Sie kann unter anderem verursacht werden durch:
- fortgeschrittenen Pilzabbau,
- Hohlräume,
- stark aufgelockerte Holzstruktur,
- Risse,
- sehr weiche Splintholzbereiche,
- Kombinationen mehrerer Schäden.
Die Kurve allein ersetzt keine statische Berechnung. Sie zeigt aber, dass die Annahme eines vollständig intakten Holzquerschnitts nicht mehr gerechtfertigt ist.
Bei einem Spielgerät ist bereits ein begründeter Verdacht auf einen erheblichen Festigkeitsverlust ernst zu nehmen. Bis zur abschließenden Bewertung muss der Betreiber entscheiden, ob das Gerät gesperrt, entlastet oder unmittelbar außer Betrieb genommen wird.
Die Sicherheit der Nutzer hat Vorrang vor dem Weiterbetrieb eines technisch ungeklärten Gerätes.
Weshalb der Betonanschluss problematisch sein kann
Das Einbetonieren einer Holzstütze wirkt zunächst besonders stabil. Aus Sicht des Feuchteschutzes kann diese Konstruktion jedoch erhebliche Nachteile besitzen.
Zwischen Holz und Beton können sich Anschlussbereiche bilden, in denen:
- Wasser eindringt,
- Feuchtigkeit lange gespeichert wird,
- die Holzoberfläche kaum kontrollierbar ist,
- ein Austausch der Luft nicht stattfindet,
- Risse als Wasserwege dienen,
- die Abtrocknung stark behindert wird.
Beton verhindert nicht automatisch, dass Wasser an das Holz gelangt. Im Gegenteil: Wasser kann über die obere Anschlussfuge eintreten und anschließend in der Kontaktzone gehalten werden.
Der kritischste Bereich liegt häufig nicht am tiefsten Punkt, sondern am Übergang zwischen Betonoberkante, Sand und Holz.
Dort gelangen Niederschlags- und Oberflächenwasser an die Konstruktion. Gleichzeitig ist der Bereich häufig dauerhaft abgedeckt und bei einer normalen Sichtkontrolle nicht zugänglich.
Der Fallschutzsand verdeckte den Schaden
Sand ist als Fallschutzmaterial auf Spielplätzen weit verbreitet. Er kann jedoch die sicherheitsrelevanten Fußpunkte von Holzstützen verdecken.
Wird der Sand nicht regelmäßig zurückgenommen, bleiben folgende Veränderungen unentdeckt:
- Risse,
- weiche Holzoberflächen,
- Pilzmyzel,
- Verfärbungen,
- Ablösungen von Beschichtungen,
- Einschnürungen,
- Querschnittsverluste,
- Korrosion an Verbindungsmitteln.
Zudem kann feiner Sand Feuchtigkeit über längere Zeit an der Holzoberfläche halten. Organische Verunreinigungen, Laub und Schmutz erhöhen die Belastung zusätzlich.
Eine Untersuchung des sichtbaren Holzabschnitts oberhalb des Sandes ist daher nicht immer ausreichend.
„Der Spielplatz wurde doch gerade geprüft“
Im untersuchten Fall wurde berichtet, dass kurz zuvor bereits eine Spielplatzprüfung stattgefunden hatte.
Dieser Umstand zeigt, wie wichtig es ist, unterschiedliche Prüfaufgaben voneinander zu unterscheiden.
Die DIN EN 1176-7 gibt einen Leitfaden für Installation, Inspektion, Wartung und Betrieb von Spielplatzgeräten und Spielplatzböden. Die jährliche Hauptinspektion soll den allgemeinen sicherheitstechnischen Zustand erfassen. Für Schaukeln bestehen zusätzlich gerätespezifische Anforderungen innerhalb der Normenreihe DIN EN 1176.
Die Ausbildung von Personen für Inspektionen nach der Installation und jährliche Hauptinspektionen wird in Deutschland durch DIN 79161 geregelt. Die aktuelle Ausgabe DIN 79161-1:2025-12 beschreibt Anforderungen an diese Ausbildung.
Eine allgemeine Spielplatzinspektion und eine vertiefte holzschutztechnische Untersuchung sind dennoch nicht identisch.
Ein Spielplatzprüfer kann sichtbare Schäden, Gerätefunktionen, Fallräume, Verbindungsmittel und allgemeine Sicherheitsmängel kontrollieren. Für die Diagnose verdeckter Fäulnis können darüber hinaus besondere Kenntnisse und technische Untersuchungsmittel erforderlich werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Holzartenkenntnis,
- Unterscheidung von Kern- und Splintholz,
- Kenntnis holzzerstörender Pilze,
- Feuchtemessungen,
- Freilegung verdeckter Fußpunkte,
- Bohrwiderstandsmessungen,
- Auswertung der Messkurven,
- Beurteilung von Restquerschnitten.
Die sachgerechte Schlussfolgerung lautet deshalb nicht, dass Spielplatzprüfungen grundsätzlich unzureichend seien. Vielmehr muss ein erkennbarer oder begründeter Holzschaden rechtzeitig an einen Fachkundigen für Holzschutz und Holzdiagnostik weitergegeben werden.
Sichtprüfung und Holzschutzuntersuchung ergänzen sich
Ein verlässliches Sicherheitskonzept für Holzspielgeräte benötigt mehrere Prüfebenen.
Visuelle Routine-Inspektion
Sie erfasst offensichtliche Gefahren, die beispielsweise durch Nutzung, Vandalismus oder Witterung entstanden sind.
Operative Inspektion
Hier werden Funktion und Stabilität des Gerätes vertieft kontrolliert.
Jährliche Hauptinspektion
Sie bewertet den allgemeinen sicherheitstechnischen Zustand, einschließlich möglicher Veränderungen an Fundamenten, Oberflächen und Konstruktionen.
Anlassbezogene Sonderuntersuchung
Bestehen Hinweise auf Fäulnis, hohe Feuchtigkeit, weiche Holzbereiche oder verdeckte Schäden, ist eine weiterführende Fachuntersuchung erforderlich.
Eine Bohrwiderstandsmessung sollte nicht routinemäßig und wahllos an jedem Holzbauteil durchgeführt werden. Sie ist ein ergänzendes Diagnoseverfahren für begründete Verdachtsstellen und sicherheitsrelevante Bereiche.
Regelmäßiges Freischachten der Fußpunkte
Bei erdnahen oder im Sand stehenden Holzstützen sollte die Kontrolle nicht an der sichtbaren Geländeoberkante enden.
Je nach Konstruktion, Alter, Herstellerangaben und Risikobeurteilung kann es erforderlich sein, die Fußpunkte regelmäßig freizulegen.
Dabei sollten insbesondere geprüft werden:
- Holzoberfläche unmittelbar unter Gelände,
- Übergang zur Einspannung,
- Beschichtungszustand,
- Risse,
- Druckstellen,
- weiche Bereiche,
- Pilzstrukturen,
- Feuchte,
- erkennbare Querschnittsverluste,
- Wasseransammlungen,
- Zustand des umgebenden Sandes.
Nach der Prüfung muss der Fallschutz fachgerecht wiederhergestellt werden.
Die Prüftiefe und der zeitliche Abstand sind objektbezogen festzulegen. Besonders relevant sind Alter, Einbauweise, Holzqualität, bisherige Befunde und örtliche Feuchtebelastung.
Typische Warnzeichen an Holzspielgeräten
Betreiber sollten eine vertiefte Untersuchung veranlassen, wenn folgende Merkmale auftreten:
- weiche Holzoberflächen,
- dunkle oder ausgebleichte Fußpunkte,
- würfelige oder faserige Holzauflösung,
- weißliche Myzelbeläge,
- Fruchtkörper,
- dauerhaft nasser Sand am Holz,
- Risse im Übergang zum Beton,
- abgelöste Bitumenbeschichtungen,
- Einschnürungen des Stammes,
- dumpfer Klang beim Abklopfen,
- ungewöhnlich leicht eindringende Prüfwerkzeuge,
- Lockerungen oder Bewegungen der Stütze.
Auch ein einzelnes Warnzeichen beweist noch keinen Verlust der Standsicherheit. Es begründet aber einen Untersuchungsbedarf.
Warum oberirdisch gemessene Holzfeuchte nicht genügt
Eine Messung in Brust- oder Augenhöhe kann bei einer erdberührten Stütze zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen.
Im Praxisfall lagen dort lediglich etwa 12 bis 15 Prozent Holzfeuchte vor. Hätte man nur diesen Bereich untersucht, wäre das Holz möglicherweise als ausreichend trocken bewertet worden.
Wenige Dezimeter tiefer wurden dagegen Werte bis ungefähr 70 Prozent festgestellt.
Holzfeuchtemessungen müssen deshalb dort erfolgen, wo die höchste Belastung zu erwarten ist:
- in der Wechselzone,
- unter dem Fallschutzmaterial,
- in Anschlussfugen,
- in Rissen,
- im Übergang zum Beton,
- auf verschiedenen Seiten der Stütze.
Ein Messwert ist immer nur für die konkrete Messstelle und den konkreten Zeitpunkt aussagekräftig.
Die Grenzen der Bohrwiderstandsmessung
Die Bohrwiderstandsmessung ist ein wertvolles Diagnoseverfahren, aber kein automatischer Standsicherheitsnachweis.
Ihre Ergebnisse müssen fachkundig interpretiert werden.
Zu berücksichtigen sind:
- natürliche Dichteunterschiede,
- Holzfeuchte,
- Messrichtung,
- Äste,
- Risse,
- Schaftreibung,
- Geräteeinstellung,
- Vergleichsmessungen,
- Geometrie des Restquerschnitts,
- Belastung des Bauteils.
Eine einzelne flache Kurve kann einen Schadenverdacht begründen. Für die Entscheidung über Weiterbetrieb, Reparatur oder Austausch sind jedoch das gesamte Schadensbild und die konstruktive Beanspruchung zu bewerten.
Je nach Befund kann zusätzlich die Einbindung eines Tragwerksplaners oder des Geräteherstellers erforderlich sein.
Was nach dem Schadensbefund zu tun ist
Bei einem sicherheitsrelevanten Verdacht sollte der Betreiber strukturiert vorgehen.
1. Spielgerät sichern
Kann eine ausreichende Tragfähigkeit nicht bestätigt werden, ist die Schaukel bis zur Klärung abzusperren oder außer Betrieb zu nehmen.
2. Schaden dokumentieren
Übersichts- und Detailfotos, Messstellen, Messwerte und Geräteangaben sind nachvollziehbar festzuhalten.
3. Fußpunkte vollständig untersuchen
Nicht nur eine Stütze, sondern alle vergleichbar konstruierten Pfosten sollten kontrolliert werden.
4. Holzart und Holzqualität bewerten
Der Anteil von Kern- und Splintholz sowie erkennbare Qualitätsunterschiede sind zu erfassen.
5. Feuchteursachen feststellen
Zu prüfen sind Wasseransammlungen, Sandaufbau, Betonanschluss, Beschichtungen, Geländegefälle und Entwässerung.
6. Restquerschnitte untersuchen
Je nach Befund kommen Bohrwiderstandsmessungen, Freilegungen und weitere mechanische Prüfungen infrage.
7. Austausch oder Reparatur festlegen
Stark geschädigte tragende Stützen sollten nicht allein oberflächlich behandelt werden. Verlorene Holzfestigkeit lässt sich durch einen Anstrich nicht wiederherstellen.
8. Kontrollkonzept anpassen
Der Befund sollte Anlass sein, vergleichbare Holzspielgeräte im Bestand zu erfassen und risikoorientiert zu untersuchen.
Reicht eine chemische Behandlung aus?
Nein. Ein Holzschutzmittel kann einen bereits eingetretenen Festigkeitsverlust nicht rückgängig machen.
Sind tragende Holzbereiche durch Pilzabbau geschwächt, muss geprüft werden, ob:
- die Stütze ausgetauscht werden muss,
- eine konstruktive Reparatur möglich ist,
- das Gerät vollständig zu ersetzen ist,
- ein anderer Fußpunktanschluss sinnvoller wäre.
Eine chemische Behandlung darf auch nicht pauschal auf Spielplatzgeräten eingesetzt werden. Hier sind Zulassung, Exposition, Nutzerkontakt, Umweltbedingungen und Herstellervorgaben zu berücksichtigen.
Der konstruktive Holzschutz hat Vorrang. Das bedeutet insbesondere, Holz möglichst so einzubauen, dass Wasser ablaufen und das Bauteil wieder abtrocknen kann.
Bessere konstruktive Lösungen für Holzstützen
Das Risiko lässt sich verringern, wenn Holz nicht unmittelbar in dauerhaft feuchte Boden- und Betonbereiche eingebunden wird.
Je nach Spielgerätesystem können konstruktive Alternativen sein:
- geeignete Pfostenschuhe,
- zugängliche Metallverankerungen,
- ausreichender Abstand zwischen Holz und Gelände,
- entwässerte Fundamente,
- kontrollierbare Anschlüsse,
- austauschbare Verschleißzonen,
- Vermeidung wasserhaltender Manschetten,
- klar ausgebildete Tropf- und Ablaufbereiche.
Die konkrete Ausführung muss den sicherheitstechnischen Anforderungen des Spielgerätes, den Herstellerangaben und der vorgesehenen Nutzung entsprechen.
Ein Pfostenschuh ist nicht automatisch schadensfrei. Auch Metallanschlüsse können korrodieren oder Wasser am Holz halten. Der Vorteil liegt jedoch darin, dass der Holzfußpunkt bei geeigneter Konstruktion sichtbar, belüftet und kontrollierbar bleibt.
Empfehlungen für Bauämter und Kommunen
Öffentliche Betreiber verwalten häufig eine große Zahl unterschiedlicher Spielgeräte. Für hölzerne Konstruktionen empfiehlt sich ein eigenes Risikokonzept.
Dieses sollte enthalten:
- Verzeichnis aller erdberührten Holzgeräte,
- Angabe der Holzart,
- Baujahr und Hersteller,
- Fundament- und Anschlussart,
- bisherige Reparaturen,
- Ergebnisse früherer Prüfungen,
- bekannte Feuchte- oder Pilzschäden,
- festgelegte Freilegungsintervalle,
- Kriterien für weiterführende Messungen,
- Dokumentation von Austauschmaßnahmen.
Geräte mit direktem Erdkontakt, Betonummantelungen oder verdeckten Fußpunkten sollten besonders gekennzeichnet werden.
Empfehlungen für Kitas, Schulen und freie Träger
Auch kleinere Betreiber tragen Verantwortung für die Sicherheit ihrer Spielgeräte.
Neben den vorgesehenen Inspektionen sollten Mitarbeitende Auffälligkeiten unverzüglich melden.
Dazu gehören:
- wackelnde Stützen,
- ungewöhnliche Geräusche,
- sichtbares Pilzwachstum,
- weiche Holzstellen,
- dauerhaft feuchte Fußpunkte,
- Risse,
- beschädigte Beschichtungen,
- Veränderungen nach Starkregen oder Überflutung.
Mitarbeitende sollen keine statische Bewertung vornehmen. Sie können jedoch dazu beitragen, dass Veränderungen frühzeitig erkannt und fachlich untersucht werden.
Empfehlungen für Spielplatzprüfer
Bei Holzspielgeräten sollte besonders auf schwer zugängliche Anschlussbereiche geachtet werden.
Ergeben sich Verdachtsmomente, ist es fachlich richtig, die Grenzen der eigenen Prüfung zu benennen und eine vertiefte Holzschutzuntersuchung zu empfehlen.
Wichtige Hinweise können sein:
- ungewöhnlich weiche Oberfläche,
- abweichender Klang,
- hohe Feuchte,
- Pilzmyzel,
- Fruchtkörper,
- konstruktiv ungünstige Bodeneinbindung,
- beschädigte Beschichtung,
- nicht einsehbare Betonanschlüsse.
Eine gute Zusammenarbeit zwischen Spielplatzprüfern, Holzschutz-Sachverständigen, Herstellern und Tragwerksplanern erhöht die Sicherheit und verhindert unnötige Austauschmaßnahmen.
Warum die Fachkunde bei Messungen entscheidend ist
Ein modernes Bohrwiderstandsmessgerät liefert digitale Kurven. Die Kurve selbst ist jedoch noch keine fertige Diagnose.
Für eine belastbare Interpretation werden Kenntnisse benötigt über:
- Holzarten,
- Holzstruktur,
- Kern- und Splintholz,
- Pilzabbau,
- Feuchtewirkungen,
- Geräteeinstellungen,
- Messartefakte,
- Vergleichsmessungen,
- konstruktive Beanspruchung.
IML bietet für die Bohrwiderstandsmesstechnik eigene Fachseminare und Zertifizierungen an. Dies unterstreicht, dass die Durchführung und Auswertung über das reine Bedienen des Gerätes hinausgehen.
Entscheidend ist nicht die Bezeichnung einer Qualifikation, sondern die nachweisbare Fachkunde für die konkrete Aufgabenstellung.
Typische Fehler bei der Kontrolle von Holzschaukeln
Nur den sichtbaren Bereich prüfen
Der entscheidende Schaden liegt häufig unter dem Sand oder unmittelbar am Betonanschluss.
Robinie pauschal als unverrottbar ansehen
Das Kernholz ist sehr dauerhaft. Splintholz, Risse und ungünstige Feuchtezonen bleiben dennoch schadenanfällig.
Eine intakte Bitumenbeschichtung als Beweis für gesundes Holz werten
Die Beschichtung kann Feuchtigkeit verdecken und eine direkte Holzprüfung erschweren.
Nur eine Holzfeuchtemessung oberhalb des Bodens durchführen
Das Ergebnis sagt nichts über den verdeckten Fußpunkt aus.
Eine Bohrkurve ohne Vergleich bewerten
Holzart, Einstellungen und natürliche Struktur müssen durch Vergleichsmessungen berücksichtigt werden.
Pilzmyzel im Sand ignorieren
Pilzstrukturen in unmittelbarer Nähe der Stütze sind ein ernst zu nehmender Hinweis auf eine feuchte biologische Aktivität.
Eine allgemeine Spielplatzprüfung mit einer Holzschutzdiagnose gleichsetzen
Beide Aufgaben ergänzen sich, verfolgen aber nicht in jedem Fall dieselbe Untersuchungstiefe.
Das Gerät trotz ungeklärter Tragfähigkeit weiterbetreiben
Bei begründetem Sicherheitsverdacht muss der Schutz der Kinder Vorrang haben.
Was der Praxisfall gezeigt hat
Die untersuchte Schaukel besaß ein konstruktives Risikodetail: Robinienrundhölzer waren im Erdreich beziehungsweise im Sand eingebunden und einbetoniert. Eine schwarze Beschichtung sollte den Feuchtekontakt reduzieren, konnte jedoch keinen dauerhaft sicheren Feuchteschutz gewährleisten.
Oberhalb des Bodens wirkten die Hölzer vergleichsweise trocken. Im verdeckten Fußpunkt wurden dagegen sehr hohe Feuchten festgestellt.
Die mechanische Prüfung zeigte weiche Randzonen. Die Bohrwiderstandsmessung ergab im belasteten Bereich eine nahezu flache Kurve. Eine Vergleichsmessung oberhalb zeigte deutlich höhere Widerstände.
Zusätzlich wurden im Sand um die Stützen weißliche Myzelstrukturen nachgewiesen. Die Pilzfäden hatten die Sandkörner teilweise fest miteinander verbunden.
In der Gesamtschau ergab sich damit ein erheblicher Verdacht auf einen fortgeschrittenen feuchte- und pilzbedingten Festigkeitsverlust.
Fazit: Die gefährlichste Stelle einer Holzschaukel liegt oft unter dem Sand
Eine Robinienholz-Schaukel kann oberhalb des Geländes solide und trocken erscheinen, während der verdeckte Fußpunkt bereits erheblich geschädigt ist.
Genau deshalb dürfen erdberührte oder einbetonierte Holzstützen nicht ausschließlich oberflächlich kontrolliert werden.
Der untersuchte Praxisfall zeigte:
- bis zu etwa 70 Prozent angezeigte Holzfeuchte im Fußpunkt,
- nur etwa 12 bis 15 Prozent im oberen Bereich,
- verminderte Oberflächenfestigkeit,
- auffällig niedrige Bohrwiderstände,
- deutlich bessere Vergleichswerte oberhalb,
- weißliches Pilzmyzel im angrenzenden Sand,
- einen wahrscheinlich hohen Splintholzanteil in sicherheitsrelevanten Randzonen.
Für Spielplatzbetreiber bedeutet das: Verdächtige Fußpunkte müssen freigelegt und fachkundig untersucht werden. Eine vorausgegangene allgemeine Spielplatzprüfung schließt einen verdeckten Holzschaden nicht automatisch aus.
Sichtprüfung, Spielplatzinspektion und vertiefte Holzschutzdiagnostik sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sie müssen sinnvoll ineinandergreifen.
Wo Kinder spielen, darf ein ungeklärter Festigkeitsverlust nicht bagatellisiert werden. Frühzeitige Untersuchungen können Unfälle verhindern, Reparaturen gezielt planen und unnötige Komplettaustausche vermeiden.
Eine abschließende Bewertung der Tragfähigkeit ist erst nach einer objektbezogenen Untersuchung der Konstruktion möglich.
Häufige Fragen zu Fäulnisschäden an Holzspielgeräten
Ist Robinienholz für Spielplatzgeräte geeignet?
Das Kernholz der Robinie besitzt eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit und wird häufig für Spielplatzgeräte verwendet. Das Splintholz ist jedoch deutlich weniger dauerhaft. Holzqualität, Splintholzanteil und Konstruktion müssen deshalb berücksichtigt werden.
Warum verfault eine Robinienstütze trotz ihrer hohen Dauerhaftigkeit?
Dauerhafte Durchfeuchtung, ein hoher Splintholzanteil, Risse und ungünstige Boden- oder Betonanschlüsse können einen Pilzabbau begünstigen. Auch sehr dauerhaftes Kernholz ist nicht unter allen Bedingungen unbegrenzt widerstandsfähig.
Reicht eine jährliche Spielplatzprüfung aus?
Die jährliche Hauptinspektion ist ein wichtiger Bestandteil des Sicherheitskonzeptes. Bei konkretem Fäulnisverdacht oder verdeckten Fußpunkten kann zusätzlich eine vertiefte holzschutztechnische Untersuchung erforderlich sein.
Was zeigt eine Bohrwiderstandsmessung?
Sie zeichnet den Widerstand einer dünnen Bohrnadel beim Eindringen in das Holz auf. Niedrige Widerstände können auf Hohlstellen, Fäulnis oder stark geschwächte Holzzonen hinweisen. Die Kurve muss fachkundig und möglichst mit Vergleichsmessungen bewertet werden.
Sind 70 Prozent Holzfeuchte im Fußpunkt gefährlich?
Ein solcher angezeigter Wert weist auf eine massive Durchfeuchtung hin. Bei sehr nassem Holz ist die exakte Messzahl abhängig vom Verfahren. Unabhängig davon bestehen unter lang anhaltender starker Feuchte günstige Bedingungen für holzzerstörende Pilze.
Ist weißes Myzel im Sand ein Beweis für Moderfäule?
Nein. Weißliches Myzel belegt eine Pilzstruktur, ermöglicht aber allein keine sichere Artbestimmung. Im dauerhaft feuchten erdberührten Bereich kommen Moderfäule und andere Pilze infrage. Eine genaue Bestimmung erfordert weiterführende Untersuchungen.
Schützt ein Bitumenanstrich das Holz dauerhaft?
Nicht zwangsläufig. Beschädigungen, Risse und unvollständige Anschlüsse können Wasser hinter die Beschichtung gelangen lassen. Zudem kann die Schicht die Kontrolle und Abtrocknung des Holzes erschweren.
Muss die Schaukel bei einem Fäulnisverdacht sofort gesperrt werden?
Besteht ein begründeter Verdacht auf einen sicherheitsrelevanten Festigkeitsverlust und kann die Tragfähigkeit nicht bestätigt werden, sollte das Gerät bis zur fachlichen Klärung außer Betrieb genommen werden.
Holzspielgeräte fachkundig und tiefgreifend untersuchen lassen
Erdberührte Holzstützen können im sichtbaren Bereich trocken und fest erscheinen, während sich unmittelbar unter dem Fallschutzmaterial bereits erhebliche Feuchte- und Fäulnisschäden entwickelt haben.
Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Holz- und Bautenschutz unterstütze ich Bauämter, Kommunen, Kindertagesstätten, Schulen, Wohnungsunternehmen und weitere Spielplatzbetreiber bei der vertieften Untersuchung hölzerner Spielgeräte.
Zu meinen Leistungen gehören unter anderem:
- Freilegung und Kontrolle verdeckter Fußpunkte,
- Holzfeuchtemessungen,
- mechanische Festigkeitsprüfungen,
- digitale Bohrwiderstandsmessungen mit IML-Messtechnik,
- fachliche Auswertung und Dokumentation der Messkurven,
- Beurteilung von Kern- und Splintholzanteilen,
- Untersuchung auf holzzerstörende Pilze,
- Entnahme geeigneter Materialproben,
- Bewertung der vorhandenen Restquerschnitte,
- Entwicklung objektbezogener Sanierungs- und Kontrollvorschläge.
Meine Untersuchungen ergänzen die regulären Spielplatzinspektionen dort, wo vertiefte Kenntnisse im Holzschutz und spezielle Messtechnik erforderlich sind.
Bei einem Verdacht auf weiche Holzbereiche, Pilzmyzel, hohe Feuchtigkeit oder verdeckte Fäulnis sollte das betroffene Bauteil frühzeitig untersucht werden. So können Risiken rechtzeitig erkannt und unnötige Eingriffe vermieden werden.
Die Sicherheit spielender Kinder muss bei jeder Bewertung an erster Stelle stehen.
Sachverständigenbüro Charles Knepper
Kirchweg 4
06295 Lutherstadt Eisleben
Funk: 0177 4007130
E-Mail: gutachter-knepper@online.de
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