Bohrwiderstandsmessung an Holzbauteilen: Was Dachstuhl, Fachwerk und Holzbrücke im Inneren verbergen

Mit einer Bohrwiderstandsmessung lassen sich verdeckte Veränderungen in Holzbauteilen untersuchen, ohne dafür den gesamten Balken öffnen oder großflächig beschädigen zu müssen.

Seit vielen Jahren setze ich Bohrwiderstandsmessgeräte von IML ein, um den inneren Zustand von verbautem Holz zu prüfen. Die Einsatzbereiche reichen von einzelnen Deckenbalken und Dachstühlen über Fachwerkkonstruktionen und Holzspielgeräte bis zu Brücken, Pfahlbauten und anderen Sonderkonstruktionen.

Das Verfahren ist besonders wertvoll, wenn von außen nicht sicher beurteilt werden kann, wie viel tragfähige Holzsubstanz im Inneren noch vorhanden ist.

Typische Fragestellungen lauten:

  • Ist ein äußerlich verwitterter Balken im Kern noch fest?
  • Wie tief reicht ein Insekten- oder Pilzschaden?
  • Befinden sich Hohlräume im Bauteil?
  • Ist nur der Splintholzbereich oder auch das Kernholz geschädigt?
  • Welche Restquerschnitte stehen noch zur Verfügung?
  • Kann ein historisches Holz erhalten werden?
  • Welche Bereiche müssen bei der Sanierung ausgetauscht oder verstärkt werden?
  • Welche Materialdaten benötigt der Tragwerksplaner für seine Bewertung?

Eine Bohrwiderstandsmessung liefert dafür wichtige Informationen. Sie ersetzt jedoch keine vollständige statische Berechnung und darf nicht isoliert als automatischer Tragfähigkeitsnachweis verstanden werden.

Was ist eine Bohrwiderstandsmessung?

Bei der Bohrwiderstandsmessung wird eine sehr dünne Bohrnadel mit gleichmäßigem Vorschub in das zu untersuchende Holz geführt.

IML gibt für seine aktuellen Systeme einen Bohrnadeldurchmesser von ungefähr drei Millimetern an. Je nach Nadelgeometrie ist der Schaft schlanker als der verbreiterte Bohrkopf. Dadurch bleibt der Eingriff in das Bauteil im Vergleich zu herkömmlichen Kernbohrungen sehr klein.

Während der Messung zeichnet das Gerät auf, welchen Widerstand das Holz dem rotierenden Bohrkopf entgegensetzt. Moderne vollelektronische Geräte können zusätzlich die Vorschubkraft erfassen.

Das Ergebnis wird als Kurvenverlauf über die Bohrtiefe dargestellt.

Vereinfacht gilt:

  • festes und dichtes Holz erzeugt einen höheren Widerstand,
  • weiche, abgebaute oder hohle Bereiche erzeugen einen geringeren Widerstand,
  • Übergänge zwischen unterschiedlichen Holzzonen werden in der Kurve sichtbar.

Die Messung zeigt damit keine fotografische Innenansicht des Holzes. Sie liefert ein tiefenabhängiges mechanisches Profil entlang des gewählten Bohrkanals.

Wie funktioniert das IML-Bohrwiderstandsmessgerät?

Bei den von mir verwendeten Geräten lassen sich unterschiedliche Messparameter einstellen.

Dazu gehören insbesondere:

  • Bohrtiefe,
  • Vorschubgeschwindigkeit,
  • Drehzahl der Bohrnadel,
  • Neigung beziehungsweise Messrichtung,
  • Darstellung und Skalierung der Messkurven.

Die Bedienungsanleitung der IML-RESI-PD-Serie nennt fünf einstellbare Vorschubstufen. Werkseitig reichen diese von 25 bis 200 Zentimetern pro Minute. Auch die Drehzahl kann in mehreren Stufen angepasst werden; als voreingestellte Größen werden 1.500 bis 5.000 Umdrehungen pro Minute angegeben.

Die Geräteeinstellungen sind nicht beliebig zu wählen. Sie müssen zu Holzart, Bauteil, Messziel und Vergleichbarkeit der Messungen passen.

Ein sehr hartes und dichtes Holz verlangt möglicherweise andere Einstellungen als ein weiches Nadelholz. Werden mehrere Bauteile miteinander verglichen, sollten die Messbedingungen möglichst einheitlich sein.

Bohrkurve und Vorschubkurve

Moderne IML-Systeme können zwei unterschiedliche Kurven erfassen:

Bohrwiderstandskurve

Sie bildet die Belastung des rotierenden Bohrsystems während des Eindringens ab.

Vorschubkurve

Sie erfasst die Kraft beziehungsweise Motorbelastung, die benötigt wird, um die Bohrnadel mit der vorgegebenen Geschwindigkeit in das Holz zu bewegen.

Die gleichzeitige Betrachtung beider Kurven kann die Beurteilung erleichtern. IML nennt die simultane Aufzeichnung von Bohrwiderstands- und Vorschubkurve ausdrücklich als Vorteil zur verbesserten Erkennung von Fäulebereichen.

Besonders bei sehr dichten Hölzern und größeren Bohrtiefen kann die Reibung am Nadelschaft die reine Bohrkurve beeinflussen. Die Vorschubkurve liefert dann eine zusätzliche Information.

Was zeigt die Höhe der Kurve?

Die Höhe der Kurve steht zunächst für den relativen mechanischen Widerstand entlang des Bohrweges.

Eine hohe Amplitude kann auf dichtes und widerstandsfähiges Holz hinweisen. Eine niedrige Amplitude kann unter anderem entstehen durch:

  • Pilzabbau,
  • Insektenfraß,
  • Hohlräume,
  • Risse,
  • weiche Splintholzzonen,
  • sehr geringe Rohdichte,
  • ausgeprägte Frühholzzonen,
  • vorhandene Bohrungen oder Fehlstellen.

Eine niedrige Kurve beweist deshalb nicht automatisch eine bestimmte Schadensursache.

Die Kurve muss gemeinsam bewertet werden mit:

  • Holzart,
  • Holzfeuchte,
  • sichtbarem Schadensbild,
  • Jahrringstruktur,
  • Messrichtung,
  • Bohrwinkel,
  • Geräteparametern,
  • Vergleichsmessungen,
  • Bauteilgeometrie.

Zeigt die Messkurve die tatsächliche Tragfähigkeit?

Nicht unmittelbar.

Die Bohrwiderstandsmessung zeigt Veränderungen der inneren Holzstruktur entlang eines schmalen Messkanals. Daraus können Hinweise auf geschädigte Zonen und verbleibende Restquerschnitte abgeleitet werden.

Die Tragfähigkeit eines Balkens hängt jedoch zusätzlich ab von:

  • vollständiger Querschnittsgeometrie,
  • Lage der Schädigung,
  • Holzart und Sortierung,
  • Spannweite,
  • Auflagerung,
  • vorhandenen Verbindungen,
  • Belastungsrichtung,
  • Nutzung und Lastannahmen,
  • Rissen und Verformungen,
  • dynamischen oder wechselnden Beanspruchungen.

Deshalb arbeite ich bei tragenden Konstruktionen häufig zweistufig:

  1. Ich untersuche Zustand, Lage und Ausmaß der Holzschädigung.
  2. Ein Tragwerksplaner bewertet auf dieser Grundlage die Tragfähigkeit der Gesamtkonstruktion.

Die Bohrwiderstandsmessung liefert damit wertvolle Materialdaten. Die statische Schlussfolgerung bleibt eine gesonderte Ingenieuraufgabe.

Warum eine Sichtprüfung allein häufig nicht ausreicht

Holz kann von außen täuschen.

Ein Balken kann eine weitgehend geschlossene Oberfläche besitzen, obwohl der Kern erheblich geschädigt ist. Umgekehrt kann eine stark verwitterte Oberfläche vorhanden sein, während im Inneren noch ein großer tragfähiger Querschnitt besteht.

Besonders schwer erkennbar sind:

  • Kernfäule,
  • innere Hohlräume,
  • verdeckte Fraßgänge,
  • Schäden hinter Verkleidungen,
  • zerstörte Balkenköpfe im Mauerwerk,
  • Schäden unter Metallabdeckungen,
  • Befall im Inneren runder Holzquerschnitte.

Das IML PowerDrill wird vom Hersteller ausdrücklich für die Fäulediagnose an Holzspielgeräten, die Prüfung von Konstruktionsholz in Fachwerk- und Pfahlbauten sowie für Holzbrückenkontrollen angeboten.

Bohrwiderstandsmessung am Dachstuhl

Bei Dachstühlen stellen sich häufig Fragen zur Qualität von Sparren, Pfetten, Kehlbalken, Stützen und Balkenköpfen.

Anlass für eine Untersuchung können sein:

  • sichtbarer Hausbockbefall,
  • Anobien- oder Nagekäferschäden,
  • frühere Feuchteschäden,
  • Pilzbefall,
  • undichte Dachflächen,
  • Brandschäden,
  • Verformungen,
  • geplante Nutzungsänderungen,
  • neue Dachdeckung,
  • Photovoltaikanlagen,
  • zusätzliche Dämm- und Ausbaukonstruktionen.

Besonders vor einer zusätzlichen Belastung sollte geklärt werden, ob bereits Vorschäden vorhanden sind.

Eine Photovoltaikanlage oder eine schwerere Dachdeckung verursacht nicht automatisch eine Überlastung. Die vorhandene Konstruktion muss jedoch mit den neuen Lasten und ihrem tatsächlichen Materialzustand bewertet werden.

Beispiel: Dachsanierung mit schwererer Eindeckung

Soll eine leichte vorhandene Dachdeckung durch eine schwerere Eindeckung ersetzt werden, benötigt der Tragwerksplaner belastbare Informationen.

Von außen können die Sparren zunächst ausreichend dimensioniert erscheinen. Bestehen jedoch tiefreichende Hausbockfraßgänge oder eine Fäuleschädigung, steht möglicherweise nicht mehr der vollständige Querschnitt zur Verfügung.

Mit gezielt angeordneten Bohrwiderstandsmessungen können beispielsweise folgende Fragen eingegrenzt werden:

  • Wie tief reicht die geschädigte Randzone?
  • Ist der Kernbereich noch widerstandsfähig?
  • Sind nur einzelne Sparren oder eine größere Zahl betroffen?
  • Befinden sich Schäden bevorzugt an Auflagern?
  • Welche Querschnittsbereiche können für die Tragwerksbewertung angesetzt werden?

Die konkrete Tragfähigkeit wird anschließend vom Statiker bewertet.

Photovoltaik auf alten Dachstühlen

Vor der Montage einer Photovoltaikanlage sollte nicht nur die sichtbare Dachfläche betrachtet werden.

Bei älteren Dachstühlen können vorhanden sein:

  • Insektenfraß,
  • Fäulnis an Sparrenfüßen,
  • geschädigte Pfettenauflager,
  • frühere unsachgemäße Reparaturen,
  • zu große Bohrungen und Ausklinkungen,
  • Risse,
  • Feuchtigkeitsschäden,
  • Querschnittsverluste durch frühere Umbauten.

Eine Bohrwiderstandsmessung kann verdeckte Materialschäden aufzeigen und damit die statische Bestandsaufnahme unterstützen.

Sie ersetzt weder die Planung der Photovoltaikanlage noch die Tragwerksberechnung.

Hausbockschäden untersuchen

Beim Hausbockbefall liegen die Fraßgänge typischerweise im Splintholz von Nadelhölzern. Die Oberfläche kann stellenweise noch geschlossen erscheinen, während darunter eine stark zerfressene Zone vorhanden ist.

Mit der Bohrwiderstandsmessung lassen sich Widerstandsverluste entlang des Bohrkanals sichtbar machen.

Zu beachten ist jedoch:

  • Bohrmehl und Fraßgänge können ungleichmäßig verteilt sein.
  • Ein einzelner Messkanal repräsentiert nicht den gesamten Balken.
  • Ein aktiver Befall wird durch die Messung allein nicht bewiesen.
  • Schlupflöcher, Fraßgeräusche, Larven, Bohrmehl und Holzalter müssen zusätzlich bewertet werden.

Für eine belastbare Untersuchung werden Sichtbefund, mechanische Prüfung und Messprofile miteinander kombiniert.

Mazeration und andere strukturelle Holzveränderungen

Nicht jede verringerte Holzfestigkeit ist auf einen klassischen Hausfäulepilz zurückzuführen.

Bei lang andauernder Feuchtigkeit können je nach Konstruktion auch chemische, bakterielle oder physikalische Veränderungen auftreten. Dazu gehören Aufweichungen, Faserablösungen und mazerationsähnliche Erscheinungen.

Bohrwiderstandsmessungen können dabei Bereiche mit verringertem mechanischem Widerstand anzeigen.

Die genaue Ursache muss jedoch gesondert untersucht werden. Dazu können notwendig sein:

  • Holzfeuchtemessungen,
  • mikroskopische Untersuchungen,
  • Materialproben,
  • Pilzbestimmung,
  • Prüfung angrenzender Baustoffe,
  • Untersuchung möglicher Salz- oder Chemikalienbelastungen.

Pilzschäden im Holz erkennen

Holzzerstörende Pilze bauen Bestandteile des Holzes ab. Dadurch verändern sich Dichte, Struktur und Festigkeit.

In einem Messprofil können sich solche Bereiche durch deutlich verringerte Widerstände zeigen.

Mögliche Befunde sind:

  • geschädigte Randzonen,
  • Kernfäule,
  • örtliche Hohlräume,
  • mehrstufige Abbauzonen,
  • Übergänge zwischen gesundem und geschädigtem Holz.

Die Bohrwiderstandsmessung bestimmt jedoch nicht die Pilzart.

Zur Pilzbestimmung werden je nach Befund untersucht:

  • Myzel,
  • Stränge,
  • Fruchtkörper,
  • Sporen,
  • Holzabbauform,
  • mikroskopische Merkmale,
  • gegebenenfalls Laborproben.

Blättlinge und verdeckte Kernschäden

Blättlingsarten können an verbautem Holz erhebliche Schäden verursachen. Dazu gehören unter anderem Balken-, Tannen- und Zaunblättling.

Bei manchen Befällen ist außen nur ein begrenzter Fruchtkörper oder eine kleine sichtbare Struktur vorhanden. Der innere Holzabbau kann wesentlich weiter fortgeschritten sein, als die sichtbare Oberfläche vermuten lässt.

Deshalb darf aus der Größe eines Fruchtkörpers nicht unmittelbar auf den Umfang des Holzschadens geschlossen werden.

Eine Bohrwiderstandsmessung kann helfen, den verdeckten Abbau innerhalb des Bauteils räumlich einzugrenzen.

Die Artbestimmung und die Bewertung des Befallsumfangs sind dabei getrennte Untersuchungsaufgaben.

Bohrwiderstandsmessungen im Fachwerk

Bei historischen Fachwerkgebäuden ist der Erhalt originaler Holzsubstanz häufig ein wesentliches Sanierungsziel.

Gleichzeitig müssen geschädigte Bauteile sicher erkannt werden.

Besonders relevant sind:

  • Schwellen,
  • Ständerfüße,
  • Rähme,
  • Eckständer,
  • Streben,
  • Zapfenverbindungen,
  • verdeckte Balkenköpfe,
  • Bereiche hinter Gefachen,
  • Anschlüsse an Sockel und Naturstein.

Von außen sichtbare Verwitterung bedeutet nicht automatisch, dass ein Holz vollständig ausgetauscht werden muss.

Umgekehrt kann eine scheinbar feste Oberfläche einen inneren Schaden verdecken.

Durch gezielt angeordnete Messungen lässt sich besser beurteilen:

  • wie tief die Verwitterung reicht,
  • ob ein fester Kern vorhanden ist,
  • ob nur örtliche Reparaturen notwendig sind,
  • welche Bereiche geöffnet werden müssen,
  • wo Ergänzungen oder Verstärkungen geplant werden sollten.

Substanzschonende Denkmalpflege

Bei historischen Gebäuden sollte nicht mehr Originalsubstanz entfernt werden als technisch notwendig.

Bohrwiderstandsmessungen können dabei helfen, Sanierungsbereiche genauer abzugrenzen.

Ein Fachwerkbalken muss nicht allein deshalb vollständig ausgetauscht werden, weil seine Außenzone verwittert ist. Entscheidend ist, welcher nutzbare Restquerschnitt vorhanden ist und wie dieser statisch beansprucht wird.

Ebenso darf ein äußerlich intakter Balken nicht ungeprüft erhalten bleiben, wenn ein verdeckter Kernschaden vorliegt.

Die Messtechnik unterstützt damit eine subststanzschonende, aber sicherheitsorientierte Planung.

Holzbrücken regelmäßig untersuchen

Holzbrücken sind starken und wechselnden Einwirkungen ausgesetzt.

Dazu gehören:

  • Niederschlag,
  • Spritzwasser,
  • Staunässe,
  • Frost und Erwärmung,
  • Schmutzablagerungen,
  • mechanische Belastungen,
  • Risse,
  • Verbindungsmittel,
  • Beschichtungs- und Abdichtungsfehler.

Kritisch sind häufig:

  • Auflagerbereiche,
  • Hirnholzflächen,
  • Fugen,
  • Knotenpunkte,
  • Bereiche unter Abdeckungen,
  • Anschlüsse an Metallteile,
  • schlecht belüftete Bauteilzonen.

IML nennt die Holzbrückenkontrolle ausdrücklich als Anwendungsgebiet seiner elektronischen Bohrwiderstandssysteme.

Für Ingenieurbüros und Betreiber führe ich Einzelmessungen ebenso wie umfangreiche Messserien durch. Die Ergebnisse werden den jeweiligen Bauteilen und Messstellen eindeutig zugeordnet und nachvollziehbar dokumentiert.

Praxisfall: Rund 100 Messungen an einer Holzbrücke

Bei einem Auftrag im Berliner Raum wurden an einer Holzbrücke ungefähr 100 Bohrwiderstandsmessungen durchgeführt.

Untersucht wurden die Materialbeschaffenheit, die inneren Widerstandsverhältnisse und mögliche Schadenszonen verschiedener Holzbauteile.

Eine Besonderheit bestand darin, dass sehr hartes afrikanisches Holz verbaut worden war. Die hohen Widerstände brachten die Bohrtechnik an ihre praktischen Belastungsgrenzen.

An einzelnen Stellen war es nicht möglich, den vollständigen Querschnitt mit der vorgesehenen Gerätekonfiguration zu durchdringen. Dieser Umstand wurde nicht übergangen, sondern als Grenze der Untersuchung dokumentiert.

Der Fall zeigt:

Auch moderne Messtechnik besitzt Grenzen. Sehr harte Holzarten, große Querschnitte, Fremdkörper oder ungünstige Messrichtungen können die Durchführung beeinflussen.

Eine seriöse Untersuchung benennt diese Grenzen offen und passt Messstrategie und Bewertung daran an.

Regelmäßige Brückenprüfungen dokumentieren

Bei wiederkehrenden Untersuchungen ist die Vergleichbarkeit besonders wichtig.

Dafür sollten möglichst gleichbleibend dokumentiert werden:

  • Bauteilbezeichnung,
  • genaue Messstelle,
  • Messrichtung,
  • Bohrwinkel,
  • Bohrtiefe,
  • Vorschubgeschwindigkeit,
  • Bohrnadeldrehzahl,
  • Holzart,
  • Feuchte- und Witterungsbedingungen,
  • sichtbarer Befund,
  • verwendetes Gerät,
  • Dateiname oder Messnummer.

So können spätere Messungen den früheren Ergebnissen gegenübergestellt werden.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kurven nicht ohne Weiteres vergleichbar sind, wenn Einstellungen, Holzfeuchte oder Messrichtung wesentlich voneinander abweichen.

Holzspielgeräte und Spielplätze

Bei Holzspielgeräten liegen sicherheitsrelevante Schäden häufig im erdnahen Fußpunkt.

Von außen können die Stützen noch fest erscheinen. Unter Sand, Boden oder Beton kann das Holz dagegen durchfeuchtet und fäulegeschädigt sein.

Die Bohrwiderstandsmessung kann eingesetzt werden zur Untersuchung von:

  • Schaukelstützen,
  • Klettergerüsten,
  • Balancierhölzern,
  • Palisaden,
  • tragenden Rundhölzern,
  • Plattformstützen.

IML führt die Fäulediagnose an Holzspielgeräten als eigenes Anwendungsgebiet auf. Für bestimmte Geräteausstattungen werden zusätzlich automatische Kurvenauswertungen angeboten.

Die abschließende Sicherheitsbewertung erfordert trotzdem die fachliche Einordnung der gesamten Konstruktion.

Masten, Pfähle und erdberührte Hölzer

Auch bei Holzmasten und Pfahlkonstruktionen kann der entscheidende Schaden im Übergang zwischen Boden, Luft und Holz liegen.

IML empfiehlt bei der Holzmastenkontrolle mehrere Messungen in definierten Richtungen, um den Querschnitt und die besonders belastete Erdgleichenzone zu erfassen.

Dieses Prinzip zeigt, weshalb eine einzelne Bohrung häufig nicht genügt.

Ein runder Mast kann auf einer Seite stark geschädigt und auf der gegenüberliegenden Seite noch vergleichsweise intakt sein.

Die Messanordnung muss daher zur Geometrie und zur erwarteten Schadensverteilung passen.

Vollelektronische und mechanische Messsysteme

In meinem Sachverständigenbüro kommen unterschiedliche Generationen der IML-Bohrwiderstandstechnik zum Einsatz.

Mechanische Aufzeichnung

Bei älteren beziehungsweise manuellen Systemen wird der Kurvenverlauf auf einem Wachspapierstreifen aufgezeichnet.

Vorteile sind:

  • unmittelbarer Messschrieb,
  • robuste Technik,
  • direkte analoge Dokumentation.

Digitale Aufzeichnung

Aktuelle elektronische Geräte speichern die Messdaten digital.

Möglich sind unter anderem:

  • Darstellung auf dem Gerätedisplay,
  • elektronische Speicherung,
  • Übertragung auf Computer oder Mobilgerät,
  • gleichzeitige Bohr- und Vorschubkurven,
  • digitale Skalierung,
  • ausführliche Messdokumentation.

Die aktuellen IML-PowerDrill-Systeme ermöglichen die elektronische Speicherung und Verarbeitung der Messdaten. Je nach Ausstattung stehen zusätzliche Module für Vorschubkurve, Neigung, Skalierung und automatisierte Auswertung zur Verfügung.

Welche Vorteile hat die digitale Dokumentation?

Bei umfangreichen Bauwerken entstehen schnell zahlreiche Messungen.

Eine digitale Dokumentation erleichtert:

  • eindeutige Nummerierung,
  • Zuordnung zu Bauteilen,
  • Speicherung von Bemerkungen,
  • Vergleich mehrerer Kurven,
  • Einbindung in Gutachten,
  • spätere Wiederholungsmessungen,
  • Weitergabe an Ingenieurbüros und Tragwerksplaner.

Die Qualität eines Gutachtens hängt jedoch nicht allein von einer großen Zahl digitaler Kurven ab.

Jede Messung muss:

  • an einer fachlich begründeten Stelle erfolgen,
  • eindeutig bezeichnet sein,
  • nachvollziehbar interpretiert werden,
  • in den Gesamtbefund eingeordnet werden.

Wie viele Messungen sind erforderlich?

Eine pauschale Zahl gibt es nicht.

Der erforderliche Umfang hängt ab von:

  • Größe des Bauwerks,
  • Anzahl gleichartiger Bauteile,
  • sichtbaren Verdachtsstellen,
  • Schadenswahrscheinlichkeit,
  • Bedeutung des Bauteils,
  • statistischer Repräsentativität,
  • gewünschter Aussagegenauigkeit,
  • Zugänglichkeit,
  • Budget und Prüfauftrag.

Bei einem einzelnen Balkenkopf können wenige gezielte Messungen ausreichen.

Bei einer Brücke oder einem umfangreichen Dachstuhl können Dutzende oder Hunderte Messungen erforderlich werden.

Nicht die größtmögliche Zahl von Bohrungen ist das Ziel, sondern eine fachlich sinnvolle Messstrategie.

Vergleichsmessungen am ungeschädigten Bereich

Eine Messkurve sollte möglichst nicht ohne Referenz bewertet werden.

Besonders hilfreich sind Vergleichsmessungen:

  • am selben Bauteil außerhalb des Schadensbereichs,
  • an einem konstruktiv gleichen Nachbarbauteil,
  • an Holz derselben Art und ähnlichen Feuchte,
  • mit denselben Geräteeinstellungen.

So lässt sich besser unterscheiden, ob eine niedrige Kurve durch die natürliche Holzart, einen weichen Jahrringbereich oder einen tatsächlichen Schaden verursacht wurde.

Einfluss der Holzfeuchte

Die Holzfeuchte beeinflusst die mechanischen Eigenschaften und damit auch das Messsignal.

Deshalb sollte sie bei der Interpretation berücksichtigt werden.

Sehr feuchtes Holz kann andere Widerstandswerte erzeugen als trockenes Holz. Gefrorene Fäulebereiche können ebenfalls höhere Widerstände zeigen, als dies im ungefrorenen Zustand der Fall wäre. IML weist für seine Geräte darauf hin, dass anhaltender Frost die Messwerte beeinflussen kann.

Bei besonderen Bedingungen sind Messzeitpunkt und Temperatur daher zu dokumentieren.

Einfluss von Rissen und Ästen

Ein natürlicher Riss kann in der Kurve wie ein kurzfristiger Widerstandsabfall erscheinen.

Ein Ast oder dichter Faserbereich kann dagegen eine deutliche Widerstandsspitze verursachen.

Weitere Einflüsse sind:

  • Jahrringgrenzen,
  • Früh- und Spätholz,
  • schräger Faserverlauf,
  • Harz,
  • Metallteile,
  • frühere Bohrungen,
  • Holzverbindungen.

Eine Kurve darf deshalb nicht ausschließlich anhand einzelner Spitzen oder Einbrüche bewertet werden.

Metall im Holz

Nägel, Schrauben, Klammern und andere Metallteile können die Bohrnadel beschädigen und den Messvorgang abrupt beenden.

Vor einer Messung sollten bekannte Verbindungsmittel berücksichtigt werden. Bei historischen Konstruktionen sind verdeckte Metallteile jedoch nicht immer sicher auszuschließen.

Die Messrichtung ist deshalb sorgfältig zu wählen.

Wird Metall getroffen, muss der Messvorgang entsprechend dokumentiert und gegebenenfalls an anderer Stelle wiederholt werden.

Ist die Messung zerstörungsfrei?

Fachlich korrekt wird die Bohrwiderstandsmessung als zerstörungsarm oder minimalinvasiv bezeichnet.

Die Bohrnadel hinterlässt einen kleinen Bohrkanal. Sie ist damit nicht vollständig zerstörungsfrei.

IML gibt einen Nadeldurchmesser von etwa drei Millimetern an und beschreibt den Eingriff als gering.

Bei denkmalgeschützten Oberflächen, sichtbaren Hölzern, chemisch belasteten Bauteilen oder besonders feuchteempfindlichen Konstruktionen muss trotzdem über Lage und Umgang mit dem Bohrkanal entschieden werden.

Muss der Bohrkanal verschlossen werden?

Der Umgang mit dem Bohrkanal ist objektbezogen festzulegen.

Zu berücksichtigen sind:

  • Innen- oder Außenanwendung,
  • Schlagregenbelastung,
  • Holzart,
  • vorhandener Pilzbefall,
  • Denkmalanforderungen,
  • optische Anforderungen,
  • mögliche Beschichtungen,
  • chemische Belastungen.

Ein ungeeignetes Verschließen kann Feuchtigkeit einschließen oder die spätere Kontrolle erschweren.

Deshalb sollte nicht jeder Bohrkanal pauschal mit einem beliebigen Dichtstoff gefüllt werden.

Grenzen der Bohrwiderstandsmessung

Das Verfahren besitzt hohe Aussagekraft, aber klare Grenzen.

Es untersucht nur einen schmalen Messkanal

Ein Schaden kann wenige Zentimeter neben der Bohrung liegen und nicht erfasst werden.

Es bestimmt keine Pilzart

Die Ursache des Widerstandsverlustes muss zusätzlich untersucht werden.

Es liefert keinen vollständigen statischen Nachweis

Lasten, Spannweiten und Verbindungsmittel werden nicht automatisch bewertet.

Die Kurve ist relativ

Sie wird von Holzart, Feuchte, Einstellungen und Messrichtung beeinflusst.

Sehr harte Hölzer können die Messung begrenzen

Hohe Widerstände, große Tiefen und Schaftreibung können eine vollständige Durchdringung erschweren.

Metallteile können die Bohrung stoppen

Verdeckte Nägel oder Schrauben gefährden die Bohrnadel.

Fachkundige Interpretation ist erforderlich

Ein digital erzeugtes Diagramm ist noch keine Diagnose.

Typische Fehlinterpretationen

Jede niedrige Kurve ist Fäulnis

Auch Risse, weiches Splintholz oder natürliche Strukturunterschiede können geringe Widerstände verursachen.

Eine hohe Kurve bedeutet automatisch volle Tragfähigkeit

Ein einzelner fester Messkanal schließt Schäden an anderen Querschnittsbereichen nicht aus.

Eine Messung reicht für den gesamten Balken

Schäden sind häufig ungleichmäßig verteilt.

Die Kurve ersetzt den Statiker

Die Messung beschreibt den Materialzustand. Die Tragwerksbewertung bleibt eine gesonderte Aufgabe.

Möglichst viele Bohrungen sind immer besser

Ungeplante Messungen erzeugen Daten, aber nicht automatisch Erkenntnis.

Geräteeinstellung ist nebensächlich

Vorschub, Drehzahl und Skalierung beeinflussen die Vergleichbarkeit.

Vorbereitung einer Sanierungsplanung

Vor einer Dachstuhl-, Fachwerk- oder Brückensanierung muss bekannt sein, was tatsächlich geschädigt ist.

Bohrwiderstandsmessungen helfen bei der Abgrenzung von:

  • erhaltungsfähigen Bauteilen,
  • örtlich reparaturfähigen Bereichen,
  • auszutauschenden Querschnitten,
  • statisch nachzurechnenden Bauteilen,
  • weiter zu öffnenden Verdachtszonen.

Dadurch können Sanierungsmaßnahmen gezielter geplant werden.

Das schützt nicht nur die Sicherheit. Es kann auch unnötige Rückbauten und Kosten vermeiden.

Zusammenarbeit mit Tragwerksplanern

Tragwerksplaner benötigen für Bestandskonstruktionen möglichst belastbare Angaben zum vorhandenen Material.

Ich unterstütze bei der Ermittlung von:

  • Schadenslage,
  • Schadensausdehnung,
  • verbleibenden Querschnitten,
  • auffälligen Widerstandszonen,
  • Zustand der Auflagerbereiche,
  • Verteilung gleichartiger Schäden.

Auf dieser Grundlage kann der Tragwerksplaner unter anderem bewerten:

  • ob der Bestand zusätzliche Lasten aufnehmen kann,
  • welche Verstärkungen erforderlich sind,
  • welche Bauteile ersetzt werden müssen,
  • ob Nutzungseinschränkungen notwendig sind.

Diese Zusammenarbeit ist besonders sinnvoll bei Dachumbauten, Photovoltaik, Brückenkonstruktionen, historischen Tragwerken und größeren Pilz- oder Insektenschäden.

Zusammenarbeit mit Ingenieurbüros und Betreibern

Ich arbeite regelmäßig Ingenieurbüros und anderen Fachplanern zu.

Dabei kann die Aufgabenverteilung beispielsweise so aussehen:

  • Das Ingenieurbüro legt Prüfbereiche und konstruktive Fragestellungen fest.
  • Ich entwickle die holzdiagnostische Messstrategie.
  • Vor Ort werden Sichtbefunde, Holzfeuchte und Bohrprofile aufgenommen.
  • Die Ergebnisse werden eindeutig dokumentiert.
  • Der Tragwerksplaner übernimmt die rechnerische Bewertung.

Dieses Vorgehen schafft klare Zuständigkeiten und eine nachvollziehbare Datengrundlage.

Wie läuft ein Auftrag ab?

1. Aufgabenstellung klären

Zunächst wird festgelegt, welche Bauteile und Fragen untersucht werden sollen.

2. Unterlagen prüfen

Hilfreich sind Bestandspläne, frühere Gutachten, Schadensmeldungen und Sanierungsunterlagen.

3. Sichtprüfung durchführen

Vor jeder Bohrung werden Konstruktion, Holzart, Schäden und Zugänglichkeit bewertet.

4. Messstellen festlegen

Die Messungen werden an Verdachtsstellen und geeigneten Referenzbereichen angeordnet.

5. Geräteeinstellungen dokumentieren

Vorschub, Drehzahl, Tiefe und Richtung werden festgehalten.

6. Messungen ausführen

Die Bohr- und gegebenenfalls Vorschubkurven werden gespeichert.

7. Ergebnisse vergleichen

Auffällige und unauffällige Bereiche werden gegenübergestellt.

8. Bericht erstellen

Messstellen, Kurven, Fotos, Befunde, Grenzen und Empfehlungen werden nachvollziehbar dokumentiert.

Was enthält eine fachgerechte Dokumentation?

Je nach Auftrag kann die Dokumentation enthalten:

  • Objekt- und Bauteilbeschreibung,
  • Aufgabenstellung,
  • verwendete Geräte,
  • Geräteeinstellungen,
  • Lageplan der Messstellen,
  • Messstellennummern,
  • Fotos vor und nach der Messung,
  • Bohrwiderstandskurven,
  • Vorschubkurven,
  • Holzfeuchtewerte,
  • Beschreibung sichtbarer Schäden,
  • fachliche Auswertung,
  • Grenzen der Untersuchung,
  • Empfehlungen für weitere Maßnahmen.

Bei umfangreichen Brücken- oder Dachstuhluntersuchungen ist eine klare Systematik besonders wichtig.

Für welche Auftraggeber arbeite ich?

Bohrwiderstandsmessungen führe ich unter anderem durch für:

  • private Eigentümer,
  • Hausverwaltungen,
  • Wohnungsunternehmen,
  • Architekten,
  • Tragwerksplaner,
  • Ingenieurbüros,
  • Kommunen,
  • Denkmalbehörden,
  • Brückenbetreiber,
  • Spielplatzbetreiber,
  • Kirchen und Stiftungen,
  • Sanierungsunternehmen,
  • Versicherer,
  • Gerichte.

Die Untersuchung wird jeweils an die konkrete Fragestellung angepasst.

Mitteldeutschland und bundesweite Einsätze

Mein Tätigkeitsschwerpunkt liegt in Mitteldeutschland, insbesondere in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und den angrenzenden Regionen.

Für komplexe Dachstühle, historische Fachwerke, Holzbrücken, Spielplatzanlagen und Sonderkonstruktionen bin ich im gesamten Bundesgebiet tätig.

Bei umfangreichen Aufgabenstellungen können Messkampagnen gemeinsam mit Ingenieurbüros, Tragwerksplanern und weiteren Fachkollegen organisiert werden.

Wann sollten Sie eine Bohrwiderstandsmessung beauftragen?

Eine Untersuchung ist besonders sinnvoll, wenn:

  • der innere Zustand eines Holzbalkens unklar ist,
  • Fäulnis oder Insektenfraß vermutet wird,
  • Fruchtkörper an einem Bauteil vorhanden sind,
  • ein Dach zusätzlich belastet werden soll,
  • eine Photovoltaikanlage geplant ist,
  • historische Hölzer möglichst erhalten werden sollen,
  • eine Brücke regelmäßig kontrolliert werden muss,
  • Spielplatzstützen im Erdreich stehen,
  • verdeckte Balkenköpfe geschädigt sein könnten,
  • der Statiker Angaben zu Restquerschnitten benötigt,
  • eine Sanierung vorbereitet wird.

Fazit: Bohrwiderstandsmessungen machen verdeckte Holzschäden messbar

Ein Holzbalken zeigt seinen tatsächlichen Zustand nicht immer an der Oberfläche.

Fäulnis, Insektenfraß, Hohlräume und Kernschäden können im Inneren weit fortgeschritten sein, während außen nur geringe Veränderungen erkennbar sind. Umgekehrt kann ein stark verwittertes Holz noch einen erheblichen tragfähigen Kern besitzen.

Die Bohrwiderstandsmessung ermöglicht eine zerstörungsarme Untersuchung dieser inneren Struktur.

Sie liefert:

  • tiefenabhängige Widerstandsprofile,
  • Hinweise auf Fäule und Hohlräume,
  • Informationen über geschädigte Rand- und Kernzonen,
  • eine Grundlage für Sanierungsentscheidungen,
  • Materialdaten für Tragwerksplaner,
  • digital dokumentierbare Vergleichswerte.

Entscheidend ist die fachkundige Anwendung.

Eine Messkurve darf nicht als automatisches Urteil über die Tragfähigkeit verstanden werden. Sie muss mit Holzart, Feuchte, sichtbarem Befund, Messrichtung und Bauteilkonstruktion abgeglichen werden.

Seit vielen Jahren setze ich IML-Bohrwiderstandsmessgeräte an Dachstühlen, Fachwerken, Holzbrücken, Spielplatzgeräten und Sonderbauwerken ein. Neben vollelektronischen Geräten stehen auch bewährte mechanische Systeme mit direkter Kurvenaufzeichnung zur Verfügung.

Ob einzelne Verdachtsstelle oder umfangreiche Messkampagne: Die Aufgabe besteht nicht nur darin, eine Bohrung auszuführen. Entscheidend sind eine fachlich begründete Messstrategie, eine gewissenhafte Auswertung und eine nachvollziehbare Dokumentation.

Eine abschließende Bewertung ist erst nach Untersuchung des konkreten Bauteils und seiner konstruktiven Funktion möglich.

Häufige Fragen zur Bohrwiderstandsmessung

Was misst eine Bohrwiderstandsmessung?

Sie misst den mechanischen Widerstand, den das Holz einer dünnen rotierenden Bohrnadel entlang des Bohrweges entgegensetzt. Dadurch können Zonen mit unterschiedlicher Dichte und Festigkeit sichtbar werden.

Ist die Bohrwiderstandsmessung zerstörungsfrei?

Nicht vollständig. Sie hinterlässt einen ungefähr drei Millimeter breiten Bohrkanal und wird deshalb als zerstörungsarm beziehungsweise minimalinvasiv bezeichnet.

Kann die Messung Fäulnis sicher erkennen?

Sie kann Bereiche mit deutlich reduziertem Widerstand anzeigen, die zu einem Fäuleschaden passen. Die genaue Ursache muss mit Sichtbefund, Holzfeuchte, Pilzuntersuchung und Vergleichsmessungen abgeklärt werden.

Kann die Bohrwiderstandsmessung die Tragfähigkeit eines Balkens bestätigen?

Sie liefert wichtige Angaben zum Materialzustand und zu möglichen Restquerschnitten. Die abschließende Tragfähigkeitsbewertung erfolgt jedoch durch einen Tragwerksplaner unter Berücksichtigung der gesamten Konstruktion und Belastung.

Wie viele Bohrungen sind an einem Balken notwendig?

Das hängt von Geometrie, Schadensbild und Fragestellung ab. Da eine Messung nur einen schmalen Kanal erfasst, können mehrere Messrichtungen und Vergleichsmessungen erforderlich sein.

Eignet sich das Verfahren für sehr harte Hölzer?

Grundsätzlich ja. Extrem dichte Hölzer und große Querschnitte können die Bohrtechnik jedoch an ihre Leistungsgrenzen bringen. Geräteeinstellung, Nadelzustand und mögliche Messtiefe sind entsprechend anzupassen.

Kann damit ein Hausbockbefall untersucht werden?

Fraßgeschädigte Zonen können sich durch geringe Widerstände zeigen. Ob der Befall aktiv ist, lässt sich durch die Bohrkurve allein jedoch nicht feststellen.

Können Sie auch ganze Brücken oder Dachstühle untersuchen?

Ja. Neben einzelnen Messungen führe ich umfangreiche, systematisch dokumentierte Messserien an Dachstühlen, Fachwerken, Brücken und anderen Holzkonstruktionen durch.

Verdeckte Holzschäden? Lassen Sie den inneren Zustand fachgerecht messen

Sind Dachbalken, Fachwerkhölzer, Brückenbauteile oder Spielplatzstützen äußerlich auffällig? Besteht ein Verdacht auf Fäulnis, Hausbockbefall, Kernschäden oder verlorene Restquerschnitte?

Mit moderner IML-Bohrwiderstandsmesstechnik untersuche ich die innere Struktur von Holzbauteilen zerstörungsarm und nachvollziehbar.

Zu meinen Leistungen gehören:

  • Planung geeigneter Messstellen,
  • Bohrwiderstands- und Vorschubkraftmessungen,
  • digitale und mechanische Kurvenaufzeichnung,
  • Untersuchung von Dachstühlen und Fachwerken,
  • Messungen an Holzbrücken und Sonderbauwerken,
  • Prüfung von Holzspielgeräten und erdberührten Stützen,
  • Untersuchung von Insekten- und Pilzschäden,
  • Ermittlung geschädigter Zonen und Restquerschnitte,
  • Fotodokumentation und Messstellenpläne,
  • schriftliche Stellungnahmen und Gutachten,
  • Zusammenarbeit mit Tragwerksplanern und Ingenieurbüros.

Auch umfangreiche und wiederkehrende Messserien können strukturiert vorbereitet, durchgeführt und dokumentiert werden.

Mein Tätigkeitsschwerpunkt liegt in Mitteldeutschland. Für besondere Fachwerke, Dachstühle, Brücken und komplexe Holzbauwerke bin ich im gesamten Bundesgebiet tätig.

Sachverständigenbüro Charles Knepper
Kirchweg 4
06295 Lutherstadt Eisleben

Funk: 0177 4007130
E-Mail: gutachter-knepper@online.de

https://schimmelhilfe24.de
https://holzschutz-gutachten24.de
https://gutachter-knepper.de
https://bauschaden24.eu

Bundesweit für private, gewerbliche, öffentliche und gerichtliche Auftraggeber tätig.

Charles Knepper

öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Halle/Saale seit 1997

Schreibe einen Kommentar